Komm mit auf meine Reise

Urlaub mit Kleinkind: Zwischen Vorstellung, Realität und Verzweiflung

Urlaub mit Kleinkind –Spaziergang auf der Seebrücke in Husum
  1. Kofferpacken und andere Herausforderungen
  2. Autofahrt mit Kleinkind – unsere Erfahrungen zwischen Müdigkeit und Abenteuer
  3. Erster Halt: Familienurlaub mit Safari-Erlebnis
  4. Die wilde Fahrt geht weiter: Auf zur Nordsee
  5. Urlaub an der Nordsee mit Kleinkind
  6. Fazit: Herausforderungen im Familienurlaub

Wir haben ihm wirklich lange entgegen gefiebert – der erste große Urlaub mit Kleinkind. Heute möchte ich über dieses Thema schreiben, weil es mir einfach ein Anliegen ist. Die Vorfreude auf unseren ersten Urlaub als Familie war wirklich riesig. Und wir wussten, dass es nicht nur Sonnenschein geben würde – auf das Wetter konnten wir uns allerdings in diesem Fall verlassen. 😉

Kofferpacken und andere Herausforderungen

Du kennst es sicher: Dieses Gefühl von „Endlich Urlaub!“. Mit oder ohne Zwerg – es ist eine lang ersehnte (und natürlich auch verdiente) Auszeit. Ich war schon immer so ein Mensch, der sich auf das Kofferpacken am meisten gefreut hat. Nur hatte ich da noch kein Kleinkind…

Wir machten mit unserer Tochter schon kleinere Ausflüge – mal zwei bis drei Nächte im Hotel oder fünf Tage beim Opa in Rosenheim. Aber jetzt standen acht Nächte Familienurlaub mit Kleinkind an. Das war schon irgendwie Next Level für uns!

Dank Checkliste mit Verstau-Anleitung fürs Auto hat das Packen relativ gut geklappt, würde ich mal behaupten. Dafür, dass wir ein mittelgroßes Auto haben, Reisebett und Kinderwagen auch noch mit verstaut werden mussten. Wir sind leider kein Team Familienkutsche. Mein Mann konnte dafür seine Tetris-Skills unter Beweis stellen.

Abreise-Chaos: Wenn der Urlaub mit Kleinkind schon früh startet

Und dann kam der Tag der Abreise. Mal davon abgesehen, dass wir verschlafen haben,

(kurze Anmerkung:
Möglichkeit 1: Entweder habe ich vergessen, einen Wecker zu stellen.
Möglichkeit 2: Mein Mann hat vergessen, einen Wecker zu stellen.
Möglichkeit 3: Wir haben den Alarm nicht gehört.
Möglichkeit 4: Wir haben unbewusst auf Snooze gedrückt – der Uhrzeit nach zu urteilen wahrscheinlich mindestens zehn mal…)

kommen da plötzlich so viele kleine Dinge zum Vorschein, die auf Biegen und Brechen noch mit ins Auto müssen. Der Moment, wenn mein Mann fragt: „Kann die Tasche schon mit ins Auto?“, und ich dann bei gefühlt jeder Tasche antworte: „Nee, da muss noch was rein!“.

Und dann sind da ja immer diese Rucksäcke, in die die Sachen müssen, die während der Autofahrt dringend benötigt werden (könnten). Zum Beispiel so was wie Snacks für die Kleine, um sie bei Laune zu halten. Womit ich auch gleich zum nächsten Thema komme.

Familienurlaub an der Nordsee – Deichschafe
Deichschafe, die uns jeden Morgen mit einem Määäh begrüßten

Autofahrt mit Kleinkind – unsere Erfahrungen zwischen Müdigkeit und Abenteuer

Wir haben es also endlich geschafft. Das Auto ist voll beladen. Mit Gepäck und uns. Nachdem wir ja zwei Stunden verschlafen haben.

Eigentlich dachten wir, dass die kleine Maus um 6 Uhr morgens, nachdem wir sie sanft weckten, im Auto weiterschlafen würde. Manchmal sollten wir einfach nicht zu viel denken…

Die Müdigkeit war unser ständiger Begleiter, doch das Gequengel hielt sich erstaunlicherweise in Grenzen. Vier Stunden Autofahrt ohne Schlaf. Ich habe mir extra ein Nackenhörnchen gekauft, in der Hoffnung, auch mal für ein paar Minuten Augenpflege betreiben zu dürfen. Aber ich war die ganze Zeit mit Bespaßen und Füttern beschäftigt.

Erster Halt: Familienurlaub mit Safari-Erlebnis

Unseren ersten Halt machten wir in einem wirklich wunderschönen Safari-Park und übernachteten auch dort in der Nähe. Sieben bis acht Stunden Fahrt am Stück wären für A etwas zu viel gewesen. Vor allem, weil sie ja nicht der allergrößte Autofahr-Fan ist.

Ach, und bevor ich vergesse, es zu erwähnen: Kinderwagen mögen wir ja auch überhaupt nicht. Aber dazu später mehr.

Wir kamen also im Park an, durch den man wie auf einer Safari mit dem Auto fährt. A durfte mit nach vorne, da wir ja eh nur im Schneckentempo unterwegs waren und sie hinten sonst nichts gesehen hätte. Sie war begeistert von den vielen Tieren, die an unserem Auto vorbeigelaufen sind. Giraffen, Pferde, Kamele.

Irgendwann kickte dann halt doch die Müdigkeit. Und zwar so sehr, dass sie von meinem Schoß auf Papas geklettert ist. Hin und her. Am liebsten wäre sie auch in den Fußraum geklettert oder aus dem Fenster. Ein todmüdes Kind ist wirklich sehr schwer zu bändigen. Und schlafen ist dann anscheinend auch nicht mehr ganz so einfach.

Ich verlor wirklich fast die Nerven. Sie lässt sich ab einem gewissen Zeitpunkt einfach nicht mehr beruhigen. Stress pur und ich bin den Tränen nahe. Auch, wenn es daheim ums Einschlafen geht. Irgendwann ist bei mir der Punkt erreicht, an dem ich einfach nur weinen möchte.

Nach wirklich einer halben Ewigkeit näherten wir uns dem Ende der Safari. Und wie soll es anders sein, ist sie fünf Minuten vor Schluss auf meinem Schoß total erschöpft eingeschlafen. Papa konnte sie dann in den Kinderwagen wuchten und wir konnten uns auf den Weg in den Erlebnispark machen, der zur Safari dazugehört.

Dieser Zustand hielt vielleicht eine knappe Stunde. Dann war’s schon wieder vorbei und sie wollte unbedingt raus. Dann hieß es: Kind tragen, Wagen schieben. Im Wechsel tragen. Zwischendurch mal versuchen, sie wieder in den Kinderwagen zu setzen. 3, 2, 1 … vorbei. Keine Chance. Ich möchte auch kein weinendes Kind durch einen Park schieben.

Es war aber nicht nur im Kinderwagen so, dass sie es nicht darin ausgehalten hat. Sondern auch beim Essen. Und anschließend auf der Fahrt ins Hotel.

Urlaub mit Kleinkind – Madeleine mit A im Safari-Park
Mama & A im Safari-Park

Im Hotel – mit Pizza & Rotwein

Die Vorstellung: Kind schläft, Mama und Papa genießen Pizza und ein Gläschen Wein auf dem Balkon.
Die Realität: Kind, Mama und Papa sitzen auf dem Bett und essen leckere Pizza, Wein im Wasserglas, Kind turnt putzmunter herum, schlägt fast Purzelbäume und ist super drauf. Irgendwann überkam sie aber trotzdem die Müdigkeit und wir schliefen alle drei um 20 Uhr im Bett ein.

An dieser Stelle würde das Frühstück im Hotel kommen. Muss ich da jetzt wirklich was darüber schreiben? Ich möchte nicht…Nur so viel: Mein Mann hat seinen Joghurt im Stehen gegessen, nachdem er mit der Kleinen aufs Zimmer musste, ich alleine fertig gefrühstückt habe und ihnen anschließend folgte. Tja, dann war der Platz halt schon wieder weg, als er sein Frühstück zu Ende bringen wollte.

Die wilde Fahrt geht weiter: Auf zur Nordsee

Nach diesem eher nicht familienfreundlichen Frühstück packten wir unsere sieben Sachen wieder ein und machten uns auf den Weg nach Nordstrand, wo unser Familienurlaub endlich richtig beginnen sollte.

Es kamen nochmal drei Stunden Autofahrt auf uns zu. A schlief gleich nach dem Start für ungefähr eine Stunde ein. Danach war die Laune eine Mischung aus „Mir ist langweilig.“ und „Ich hab Hunger.“ Und irgendwie kann ich das immer noch nicht richtig deuten.

Ich setzte mich diesmal bewusst auf den Beifahrersitz (ansonsten sitze ich nämlich immer neben der Kleinen, eben um besser auf ihre Bedürfnisse reagieren zu können). Manchmal denke ich, dass sie dann eher einschläft, wenn sie nicht auf mich fokussiert ist.

Kleine Frage am Rande: Wie handhabt ihr das als Eltern? Seid ihr Team Beifahrer oder lieber hinten beim Kind?

Als wir dann endlich in unserer Ferienwohnung ankamen, legten wir A gleich zum Schlafen in ihr Reisebett, damit sie sich nochmal etwas erholen konnte.

Mama und Papa gönnten sich dann erst mal noch den restlichen Rotwein vom Vorabend und machten es sich auf der Terrasse gemütlich. Mit Blick auf den Deich und die Schafe. Und genossen für einen Moment die Ruhe.

Urlaub an der Nordsee mit Kleinkind

Ich fasse einmal kurz unsere Urlaubswoche zusammen:

  • Montag: Erkundungstour am Deich und Nachbarstädtchen
  • Dienstag: Schifffahrt auf Amrum – wir waren zu Fuß unterwegs (kleiner Tipp: Würden wir nie wieder machen – lieber mit dem Fahrrad, da schafft man viel mehr an einem Tag)
  • Mittwoch: Wattwanderung und Strandtag
  • Donnerstag: Ein Tag in Husum
  • Freitag: Fahrradtour zum Hafen (Anhänger war für unser Kind überhaupt nichts)
  • Samstag: Schwimmbad, da es zu kalt für den Strand war
  • Sonntag: Vor der Heimreise noch ein Tag in Büsum (wunderschöne Stadt!)

Jeden einzelnen Tag habe ich genossen und geliebt. Es war einfach alles so wunderschön. Ich bin mir nicht sicher, ob A das genauso empfand. Ich erwähnte ja anfangs schon, dass sie nicht gerne im Kinderwagen, Autositz oder eben halt auch im Fahrradanhänger sitzen mag. Ist sie übermüdet? Langeweile? Wird ihr schlecht? Tut ihr was weh? Wir suchen wirklich jedes Mal aufs Neue nach Ursachen.

Und dann wünsche ich mir so sehr, dass die kleine Maus endlich sprechen kann. In Husum zum Beispiel: Sie ist so müde, will aber einfach nicht einschlafen und weint dann ununterbrochen. Ich möchte am liebsten mit weinen und einfach nach Hause, weil ich es nicht mehr aushalte und ich auch nicht möchte, dass mein Kind weinen muss. Jeden Tag konnten wir damit rechnen, dass es irgendwann eskaliert.

Deshalb gab es bei uns abends auch fast immer nur Brotzeit, die wir in unserer Ferienwohnung zelebriert haben. A ist beim Essen nämlich (wie eben im Hotel bei unserem Zwischenstopp) ein kleiner Zappelphilipp. Da kommt es aber auch immer darauf an, ob sie abgelenkt wird. Von anderen Leuten, Kindern oder sonst irgendwas.

Also kurz zusammengefasst: Egal, wo wir unterwegs sind – ob es ein Spaziergang mit dem Kinderwagen ist, die Schifffahrt nach Amrum, im Fahrradanhänger oder Essen im Stuhl. Sie möchte raus, getragen werden, irgendwann runter auf den Boden. Erst laufen, dann krabbeln – was aber halt nicht überall möglich ist. Und dann ist sie teilweise nicht mehr zu bändigen.

Ich stelle mir selbst die Frage, ob ich eine schlechte Mutter bin, wenn ich über dieses Thema schreibe. Das Lustige dabei ist ja, dass alle anderen aus unserer Familie oder die, die A kennen, uns nie glauben, dass sie auch eine kleine Diva sein kann. Natürlich ist es normal, dass Kleinkinder noch nicht ruhig sitzenbleiben. Das ist mir schon klar und auch völlig in Ordnung. Aber bei anderen Kindern scheint es doch auch irgendwie zu klappen. Oder bildet man sich das nur ein, weil eben keiner so richtig darüber spricht?

Und dann habe ich mal gelesen, dass sich Kinder nur dann so zeigen, wie sie sind, wenn sie sich wirklich wohlfühlen. Und das ist bei Mama und Papa. Das hat mich in dem Moment so erleichtert, weil ich immer die Fehler bei mir suche.

Das ist doch genau das, was man sich als Eltern wünscht: Dass sich das eigene Kind zu Hause am sichersten fühlt.

Fazit: Herausforderungen im Familienurlaub

Rückblickend kann ich sagen: Unser erster Familienurlaub mit Kleinkind war wunderschön. Auch wenn A uns an unsere Grenzen bringt – wir lieben sie über alles und gerade sie machte diesen Urlaub so einzigartig.

Wir werden definitiv wieder an die Nordsee fahren. Die Ruhe und die Natur dort sind unbezahlbar. Und A dabei zuzusehen, wie sie sich an den kleinsten Dingen erfreut, im Wasser herumflitzt und neue Tiergeräusche nachahmen kann…DAS sind die schönsten Momente.

Ich habe diesen Blogpost nicht geschrieben, weil ich mich beschweren möchte. Sondern weil ich glaube, dass viele Eltern diese Situationen kennen und ich zeigen möchte, dass das Familienleben eben nicht nur rosa ist.

Wie sind deine Erfahrungen? Schreib mir gerne mal in die Kommentare:

  • Bist du beim Autofahren Team Beifahrer oder sitzt du hinten beim Kind?
  • Hast du Tipps, wie man lange Fahrten oder Kinderwagen-Verweigerer entspannter meistert?

Alles Liebe,

Hinterlasse einen Kommentar